Wasserknappheit im Kriegbach ist menschengemacht

Der frühere CDU-Stadtrat Erhard Schmitteckert erläuterte Olav Gutting MdB seinen Vorschlag für einen ausreichenden Wasserzufluss in den Kriegbach.

Olav Gutting MdB informiert sich über Lösungsvorschlag um den Wasserzulauf aus dem Kraichbach wieder sicherzustellen

Waghäusel/Ubstadt-Weiher. Der Bundestagsabgeordnete Olav Gutting hat sich bei einem Vor-Ort-Termin am Schneidemühlwehr in Ubstadt-Weiher über eine mögliche Lösung für den trockenfallenden Kriegbach informiert. Der Waghäuseler Bauingenieur Erhard Schmitteckert erläuterte dem Bundestagsabgeordneten die wahrscheinliche Ursache und einen Lösungsvorschlag für den Zufluss und die Rettung der Fische.

Der frühere Waghäuseler Stadtrat und ehemalige Vorsitzenden des Kirrlacher Heimatvereins kennt das Gewässer wie kaum ein anderer. Nach seiner Einschätzung hat sich der Kraichbach durch die erhöhte Fließgeschwindigkeit tiefer in sein Bett eingegraben, weshalb am Zulauf zum Kriegbach nicht genügend Wasser abfließen kann. Dort lassen zwei Betonschwellen, je nach Wasserstand, nur einen schwachen Zulauf zu und der Kraichbach rauscht am Kriegbachzulauf weitgehend vorbei. Nach Einschätzung des Bauingenieurs ist es offensichtlich, dass es für den Trockenfall des Kriegbachs technische Ursachen geben muss und nicht wetterbedingte Gründe.

Seitens der zuständigen Behörde wurde in den letzten Jahren der Kraichbach und der Kriegbach für Fische durchgängig umgebaut. Der Kriegbach erhält sein Wasser aus dem Kraichbach am Schneidemühlwehr bei Ubstadt. Über eine erstellte Fischtreppe erfolgt die normale Wasserzuführung. Bei geringer Wasserführung des Kraichbachs erhält der Kriegbach wenig Wasser. Das war schon immer so. Deshalb waren im Bereich der Gemarkung Kirrlach und Altlußheim Wasserrückhalteschwellen eingebaut. Diese wurden im Frühjahr dieses Jahres entfernt. Wasser kann nun nicht mehr zurückgehalten werden. Wenn der Zulauf gering ist, versickert das Bachwasser, der Bach fällt trocken. Um also ein Trockenfallen zu vermeiden, ist ohne Rückhalteschwellen ein größerer Wasserzulauf erforderlich. Tatsächlich ist der Wasserzulauf durch den Umbau im Kraichbach in den letzten Jahren wesentlich vermindert worden. Der Kraichbachumbau erfolgte aufgrund der Entfernung des Wehrs für die Mühle in Langenbrücken. Zum Betrieb der Mühle bzw. des Generators war der Kraichbach seit Jahrhunderten zirka ein Meter aufgestaut. Der Abbau des Wehres bewirkte ein starkes Gefälle auf einer kurzen Strecke. Dieses Gefälle wird sich allmählich auf den Wasserlauf ausdehnen. Die Strömung nimmt wesentlich gegenüber dem gestauten Lauf zu. Wenn das Wasser schneller strömt, nimmt die Höhe des Wasserstandes ab.

„Nach meiner Schätzung nahm der Pegel bei gleicher Wasserführung am Schneidemühlwehr um zirka zehn Zentimeter ab. Entsprechend dem heute niedrigeren Wasserpegel im Bereich des Schneidemühlwehres infolge der schnelleren Strömung, müssten die Betonbalken der Zulauf-Schwelle für den Kriegbach um mindestens 10 Zentimeter tiefergelegt werden. Mein Vorschlag wären sogar 15 Zentimeter weil sich der Kraichbach in Zukunft weiter eingraben wird. Der Abfluss vom Kraichbach zum Kriegbach wird dabei nach meiner Abschätzung unter 10 Prozent bleiben“, erläutert Erhard Schmitteckert seinen Lösungsvorschlag.

„Ich denke mit einer raschen Prüfung dieses einleuchtenden Lösungsvorschlags könnte die zuständige Behörde zu einer pragmatischen und schnell umsetzbaren Lösung für den Kriegbach kommen“, glaubt Olav Gutting, der dabei auch den Landtagsabgeordneten Andreas Sturm aus Neulussheim hinter sich weiß.

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