Sperrung Obere Bachstraße bis Juni


Anfang des Jahres 2020  wurde von der CDU Fraktion an die Verwaltung die Frage gestellt, ob die Straßensperrung eingangs der Oberen Bachstraße möglichst zügig wieder aufgehoben werden würde. Die Antwort lautete, es sei im ureigensten Interesse der Verwaltung, dieses Nadelöhr möglichst schnell wieder freizugeben.

Am Montag, den 07. Dezember erfolgte der Abbau des Baukrans – getan hat sich seitdem nichts! Im Gegenteil: Auf ein Schreiben an den Oberbürgermeister bekamen wir zur Antwort, dass dem Amt nichts von einem Unmut der Bürger bekannt sei und man die Aufrechterhaltung der Sperrung bis zum Juni dieses Jahres verlängert habe – für unsere Fraktion ganz und gar unverständlich.

Wir sind gespannt, ob wir fraktionsübergreifend für dieses allgemeine Anliegen in den nächsten Wochen Unterstützung erhalten.

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Stellungnahme zur Jahresrechnung 2019

Uli Ross
Uli Ross, Vorsitzender der CDU-Fraktion in Waghäusel

Zitat aus dem Prüfbericht Seite 9: „Die Jahresrechnung 2019 ist nach § 95 GemO innerhalb von sechs Monaten nach Ende des Haushaltsjahres (hier: 30.06.2020) aufzustellen und innerhalb eines Jahres nach Ende des Haushaltsjahres (hier: 31.12.2020) vom Gemeinderat festzustellen. Vor der Feststellung hat das Rechnungsprüfungsamt die Jahresrechnung innerhalb von vier Monaten nach Aufstellung (§ 110 GemO) zu prüfen.Die Jahresrechnung wurde am 31.05.2020 aufgestellt und dem Rechnungsprüfungsamt fristgerecht am 18.06.2020 vorgelegt. Der endgültige Ausdruck datiert vom 13.10.2020.“Zitat Ende.

Die Bestimmungen der Gemeindeordnung werden also mit der heutigen Feststellung im Gemeinderat gerade noch eingehalten. Wir fragen uns als CDU Fraktion aber schon, warum wir die Jahresrechnung und den zugehörigen Prüfbericht nicht früher, nämlich rechtzeitig vor (!) den ersten Beratungen zum Haushalt 2021 erhalten. Am Rechnungsprüfungsamt kann’s nicht gelegen haben, denn dort ging die endgültige Fassung der am 18.06.2020 erstmals vorgelegten Jahresrechnung erst am 13.10.2020 ein. Am 30.11.2020 war der Prüfbericht dann fertig. Die Zeitverzögerung lag also am Rechnungsamt zwischen dem 18.06.2020 und dem 13.10.2020.

Unser Dank gilt an dieser Stelle dem Rechnungsprüfungsamt unter der Leitung von Klaus Lindenfelser. Wie immer erhalten wir mit dem Prüfbericht nicht nur die Prüfungsfeststellungen, sondern wie in der Vergangenheit steht sein Amt der Verwaltung und dem Gemeinderat beratend zur Seite. Ich fahre fort mit einem Zitat aus dem Prüfbericht Seite 14: „Die Ausgaben für die Unterhaltung der Grundstücke und baulichen Anlagen lagen deutlich unter dem Planansatz von 3,661 Mio. €.“ Zitat Ende. In 2019 um 826 T€, in den Jahren 2015-2018 wurden die Planansätze ebenfalls nicht erreicht. Es war also folgerichtig, dass wir den Ansatz der Verwaltung für die Unterhaltung der baulichen Anlagen 2021 gekürzt haben. Weiter wurden Baumaßnahmen 2019 mit 12 Mio. € veranschlagt, 8,5 Mio. € wurden realisiert. Auch öffentlich sage ich für meine Fraktion deutlich: wir machen den Mitarbeitern des Bauamtes keinen Vorwurf, dass die Haushaltsansätze nicht abgearbeitet werden, denn entweder verlangen wir zu viel oder das Bauamt ist zu dünn besetzt. Seit Jahren weist das Rechnungsprüfungsamt auf diesen Missstand hin, seit eben so vielen Jahren fordere ich Bauamt und Rechnungsamt auf, nicht mehr anzusetzen, als abgearbeitet werden kann. Vielleicht klappt’s ja 2021.

Eine dramatische Entwicklung zeigt sich bei den kostenrechnenden Einrichtungen: Deckungsgrade beim Rheintalbad von 18% und bei den Mehrzweckhallen von 6,4% verlangen nach Veränderung, zumal sie seit Jahren ähnlich schlecht sind. Wurden diese Unterdeckungen in der Vergangenheit als „versteckte Vereinsförderung“ begründet, müssen wir uns angesichts der städtischen Haushaltslage eingestehen, dass wir uns diese Art der Freiwilligkeitsleistungen nicht länger leisten können. Wir haben eine großzügige Vereinsförderung in einer Satzung festgelegt und wollen diese auch erhalten, nicht durch versteckte Leistungen gefährden. Zum Handeln zwingen uns auch die Deckungsgrade von Einrichtungen, die kostendeckend arbeiten müssten: Ich nenne hier das Bestattungswesen, das uns bei einem Kostendeckungsgrad von 63% zu viel kostet und die Abwasserbeseitigung mit einer Unterdeckung von 10%. Ich betone: Einrichtungen,die sich selbst tragen müssten, tatsächlich aber mehrere hundert tausend Euro aus dem Stadtsäckel verschlingen – und das Jahr für Jahr! Zu den Abwassergebühren 2018-2020 ein Zitat aus dem Prüfbericht Seite 24:„Aus Gründen der Rechtssicherheit muss die Kalkulation nachvollziehbarer gemacht und dokumentiert werden. Dies bedingt auch die Einbeziehung des Gemeinderats im Hinblick auf von ihm zu treffenden Ermessensentscheidungen (Beschlussempfehlungen, Erläuterungen in der Vorlage). Bei Berücksichtigung der Feststellungen wäre der Gebührensatz vermutlich ein anderer.“Zitat Ende. Ähnlichen Nachholbedarf sieht das Rechnungsprüfungsamt bei den Benutzungsgebühren für Kintertagesbetreuungseinrichtungen auf Seite 25, Zitat:„Auch dieses Kalkulationsschema bedarf in einigen Positionen einer gründlichen Überarbeitung. Grundlage der Gebührenermittlung muss eine ordnungsgemäße Kalkulation sein!“ Zitat Ende. Landesweit wird angestrebt, dass mindestens 20% der Betriebskosten durch Elternbeiträge gedeckt werden soll. Dies wurde in den Jahren 2016-2018 nicht erreicht. Auch einkommensgestaffelte Beiträge verbessern hier nichts, wenn wir keine ordnungsgemäße und nachvollziehbare Kalkulation als Grundlage für Gebühren haben.

Die Personalausgaben lagen 2019 mit 14,5 Mio. € bei 26% des Verwaltungshaushalts und dafür sind nicht nur Mehrausgaben beim Personal für Kindertagesstätten verantwortlich. Auch die Personalausgaben für die Verwaltung ohne Kinderbetreuung stiegen und steigen bis 2021 seit 2017 um veranschlagte 20%. Die Steuereinnahmen blieben um 4,3 Mio. € unter den Ansätzen. Auch die Vorjahresergebnisse konnten nicht erreicht werden.Alles zusammen führte dazu, dass die Mindestzuführung zum Vermögenshaushalt von 2,55 Mio. € zur Erbringung des Kapitaldienstes nicht erwirtschaftet werden konnte. Der Schuldenstand betrug Ende 2019 mehr als 24,2 Mio. €. Zuviel, angesichts der vor uns liegenden Aufgaben!

Die CDU Fraktion stellt die Jahresrechnung 2019 fest. Wir stellen fest, dass es bei der ersten Sitzung zur Haushaltskonsolidierung vom 25.07.2020 nicht bleiben darf. Der Verwaltungsausschuss muss als Haushaltskommission über seine originären Aufgaben hinaus eingesetzt werden und wir erwarten von der Verwaltung die umgehende Bearbeitung unserer Einspar- und Prüfaufträge vom 25.07.2020!

Uli Roß

Vorsitzender der CDU Fraktion im Gemeinderat von Waghäusel

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Zum Radverkehrskonzept

Ursel Scheurer
Ursel Scheurer

Es ist vorteilhaft, dass in die Erarbeitung der Radverkehrskonzeption von Anfang an neben Vertretern der Verwaltung und des Gemeinderates auch Interessengruppen, Vereine, Schulen und Bürgerinnen und Bürger eingebunden waren. Es ist ein umfangreiches Konzept mit 113 Einzelmaßnahmen und einem Kostenvolumen von über 5 Mio. Euro. Das Radverkehrskonzept ist eingebettet in die Konzepte des Kreises und des Landes und trägt zur Erhöhung der Wahrnehmung der Radfahrer als Verkehrsteilnehmer bei. Das Konzept bildet eine gute Basis für die künftige Arbeit der Verwaltung und der Gemeinderäte. Mit den Beschlüssen der letzten Wochen „Einführung von Tempo 30“ und „Erstellung eines „Parkraumkonzeptes“ haben wir dann ein Gesamtpaket, mit dem wir die Mobilität in unserer Gemeinde gestalten können. Es ist dynamisch und so können auch künftige Anregungen im Konzept aufgenommen werden. Es war schon immer ein großes Anliegen der CDU Fraktion, die Situation für Fahrradfahrer in unserer Stadt zu verbessern.

Wir haben in der Vergangenheit im Rahmen der Haushaltsanforderungen mehrfach die Erstellung eines Radverkehrskonzeptes gefordert. Auch hat die CDU zusammen mit ihren Projektgruppen im Jahr 2016 bei einer Fahrradtour mit der Ortsgruppe des BUND und dem VCD Gefahrenstellen und Verbesserungspotenziale identifiziert. Viele unserer Anregungen finden sich nun in dem vorliegende Radverkehrskonzept wieder. Die Ladesäule für E-Bikes bei der Eremitage geht beispielsweise auf einen CDU-Antrag zurück.Erfreulich ist, dass bereits einige Maßnahmen wie z.B. die Sharrows auf den Hauptstraßen und der neue Kreisel in der Kirrlacher Ortsmitte umgesetzt worden sind. Die weiteren Maßnahmen müssen in Zeiten, in denen die öffentlichen Haushalte sehr angespannt sind, nun mit Augenmaß priorisiert und umgesetzt werden. Einige Vorschläge im Konzept sind wünschenswert, aber nicht sofort notwendig. Die CDU Fraktion hält es deshalb in Anbetracht unserer Haushaltslage für wichtig, den Fokus zunächst auf die Beseitigung von Gefahrenquellen und die notwendigen Lückenschlüsse zu richten.

Folgende Maßnahmen sollten unseres Erachtens umgesetzt werden:

Furtmarkierung an Kreuzungen und Kreisel (Kirrlach Beispiel Ausfahrt Rewe-Parkplatz und Querung Rewe-Kreisel).

Anbringung von Fahrradpiktogrammen auf Hauptstraßen, wenn nicht bereits umgesetzt.

Anbringung von sinnvollen Fahrradständern (Bügel anstatt Felgenkiller) an Bushaltestellen und an kommunalen Einrichtungen.

Multifunktionssäule (Servicesäule) bei der Eremitage (Fahrradzentrum).

Beseitigung der Gefahrenstelle Querung L 555 auf Höhe des Bauernhofs (Waldweg Munitionsdepot).

Beseitigung der Gefahrenstelle Verbindung Kirrlach-Wiesental: Querungshilfe beim Forsthaus an der L 556 auf Höhe Tennishalle und

Lückenschluss der Verbindung Wiesental-Graben-Neudorf mit Beseitigung der Gefahrenstelle Querung L 638 auf Höhe Auffahrt zur ehemaligen B 36.

Hier in einem ersten Schritt:

1. Weiterführung des Radweges nach dem neuen Kreisel bei der Kapelle Höhe Grabener Weg entlangder L638 Richtung Triebstraße.

2. Umgestaltung Einmündung Triebstraße und Anbringung von Fahrradpiktogrammen entlang Triebstraße von Oberer Hagweg ausgehend.

3. Ergänzung der Beschilderung auf dem Globus-Parkplatz mit Hinweis auf den aktuellen asphaltierten Radweg nach Graben-Neudorf.

4. Querungshilfe am Übergang von der L638 auf L560 (ehemals B36) auf Höhe des Baggersees.

Im zweiten Schritt:

Weiterführung des Radweges ab Triebstraße entlang der L 638 nach Graben-Neudorf.

Wir fordern die Verwaltung auf, bei der Erstellung des Parkraumkonzeptes die Maßnahmen des Radverkehrskonzeptes zu berücksichtigen, den Gemeinderat einmal im Jahr über den Fortschritt und die weiteren Planungen des Radverkehrskonzeptes zu informieren und bei Maßnahmen, die uns tangieren, aber für die der Landkreis oder das Land zuständig sind, auf die Umsetzung hinzuwirken.

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