Neubaustrecke Mannheim–Karlsruhe: CDU stellt sich entschieden gegen Vorzugsvariante R4

Die CDU-Fraktion hat in der Aprilsitzung des Gemeinderats klare Kante gegen die von der Bahn bevorzugte Variante R4 der Neubaustrecke Mannheim–Karlsruhe gezeigt. Gegenüber dem Projektbevollmächtigten der DB InfraGO, Dr. Geweke, wurde unmissverständlich deutlich gemacht: Diese Planung ist für Waghäusel nicht akzeptabel.

Obwohl Variante R4 laut Projektunterlagen weder die wirtschaftlichste noch die umweltverträglichste Lösung ist, soll sie weiterverfolgt werden – mit erheblichen Belastungen für Waghäusel.

„Die Strecke ist zweifellos ein bedeutendes Infrastrukturprojekt für Deutschland und Europa. In der aktuell bevorzugten Ausführung hätte sie jedoch gravierende negative Auswirkungen auf unsere Stadt und die hier lebenden Menschen“, erklärte der stellvertretende Fraktionssprecher Jan Schuhmacher.

Besonders kritisch sieht die Fraktion die ungleiche Behandlung entlang der Trasse: Während in anderen Bereichen großzügige Tunnelbauwerke vorgesehen sind, schließt die Bahn eine Untertunnelung für Waghäusel und Wiesental bislang kategorisch aus. Stattdessen droht eine weitere Zunahme des Güterverkehrs durch das Stadtgebiet – verbunden mit massiven Lärmschutzwänden von bis zu sechs Metern Höhe. „Die Aussicht auf derart hohe Lärmschutzwände stimmt mich keineswegs beruhigt“, so Schuhmacher.

Die CDU-Fraktion wird diese Planung nicht akzeptieren: Eine zusätzliche Belastung der Anwohner ist für die Fraktion nicht hinnehmbar. Schuhmacher kündigte daher deutlich spürbaren Widerstand aus dem Gemeinderat, der Stadtverwaltung und der Bevölkerung an.

Fraktionssprecher Uli Roß kritisierte zudem, dass wirksame Lärmschutzmaßnahmen wie Tunnel oder Trogbauwerke bislang nicht angemessen in die Wirtschaftlichkeitsbewertung einbezogen wurden. Eine realistische Berücksichtigung dieser Optionen könnte die Bewertung der Varianten maßgeblich verändern.

Bild: Streckenverlauf Vorzugsvariante R4 [Quelle: DBInfraGO / Bearbeitung Jan Schuhmacher]

Veröffentlicht in Aktuelles, CDU Fraktion, Stadtverband.