Neubaustrecke Mannheim–Karlsruhe: CDU-Fraktion kritisiert Methodik

Die CDU-Fraktion hat in der Aprilsitzung des Gemeinderats klare Kante gegen die Vorzugsvariante R4 gezeigt.

Ein zentraler Kritikpunkt betrifft die Methodik zur Bewertung der Trassenoptionen. Lärmschutz und Bevölkerungsschutz flossen demnach gemeinsam lediglich als eines von sieben Kriterien in die Bewertung ein – faktisch mit einem Gewicht von rund fünf Prozent. „Das zeigt gerade den direkt betroffenen Anwohnern ihren Stellenwert im Verfahren“, kritisierte Jan Schuhmacher.

Weitere für die CDU-Fraktion zentrale Aspekte wie die Trassenführung in weniger als 50 Metern Abstand zu Wohngebäuden, – die Trenn- und Einschlusswirkung für zusammenhängende Ortslagen oder die Führung entlang von Parkanlagen – wie der Eremitage – werden von der Bahn nur als nachgeordnete Kriterien behandelt. Gerade bei diesen Punkten schneidet die Vorzugsvariante R4 jedoch vergleichsweise schlecht ab, ohne dass sich dies aufgrund der gewählten Bewertungsmethodik auf das Ergebnis auswirken kann.

Auch an der sogenannten Bündelungslogik äußerte Schuhmacher deutliche Kritik: Eine neue Güterbahntrasse mit erheblichen Immissionen entlang einer S-Bahn-Trasse wie der S9 mit demselben Bonus zu bewerten wie eine Bündelung an einer Autobahn oder ICE-Trasse, sei schlicht nicht nachvollziehbar. „Es macht einen erheblichen Unterschied, ob zusätzliche Belastungen in sensible Ortsränder getragen oder in bereits technisch dominierte Räume gelegt werden. Um möglichst viele Menschen an den ÖPNV anzuschließen, führt man S-Bahn-Linien direkt in die Gemeinden. Autobahnen und Schnellbahntrassen ordnet man hingegen aufgrund der massiven Belastungen bewusst auf Abstand zur Bebauung an“, so der stellvertretende Fraktionssprecher. Aus diesem Grund habe die CDU-Fraktion von Beginn an eine Trassenführung an der Autobahn favorisiert.

Unsere Position bleibt klar: „Wir sehen die R4 nicht vorzugswürdig“, so Fraktionschef Uli Roß.

Bild: Bewertung Schutzgut Mensch: Wohnen und Gesundheit [Quelle: DBInfraGO / Bearbeitung Jan Schuhmacher]

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