Unternehmerdialog

Einzelheizungen werden für viele Waghäuseler zu teuer

Unternehmerdialog: Größtes Potenzial liegt in einem Wärmenetz und der Nutzung der Tiefengeothermie

Die Unternehmen in Waghäusel leiden, wie die Bürgerinnen und Bürger, unter den massiv gestiegenen Strom- und Heizkosten. CDU und Mittelstandsunion hatte daher Handwerker, Gewerbetreibende und Selbständige zum Unternehmerdialog “Energie” eingeladen, um sich über künftige Energieversorgungsmöglichkeiten zu informieren.

Im ersten Teil der Veranstaltung präsentierte Bereichsleiter Armin Holdschick von der Umwelt- und Energieagentur Landkreis Karlsruhe (UEA) den Energieplan für Waghäusel. Der Energieplan bietet fundierte Kenntnisse der Bestandssituation und der zukünftigen Energiepotentiale über alle Energiesektoren über die gesamte Kommune.

Er entspricht einer Wärmewendestrategie zur Entwicklung eines Weges mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Energiesystems auf lokaler Ebene „Dazu zeigen wir praxisorientierte Maßnahmenansätze und Wege der Kopplung mit anderen Vorhaben und weiteren Klimaschutz-Strategieprozessen der Kommune auf“, erläuterte Holdschick. Der Energieplan diene auch als Grundlage einer formellen Beschlussfassung über die Waghäuseler Klimaschutzziele.

Eine Schlussfolgerung der Untersuchungen ist, dass ohne Nutzung von Wind und Tiefengeothermie eine Energiewende in Waghäusel nur schwer möglich ist. Im Vortrag von Achim Holdschick wurde deutlich, dass die Wärmeversorgung dabei eine besondere Herausforderung für die Stadt Waghäusel darstellt. Der Wohnungsbestand ist meist uber 20 Jahre alt und verfügt ganz überwiegend über ältere Öl- und Gasheizungen. Das größte Potenzial bei einer Wärmewende liegt in der Nutzung der Tiefengeothermie mit eine Energieerzeugung 320.000 Megawattstunden pro Jahr Wärme oder 60.000 Megawattstunden pro Jahr Strom. Bei reiner Wärmenutzung würde das einen Gesamtdeckungsgrad von fast 117 Prozent bedeuten.

„Die Wärmeversorgung in Waghäusel könnte mit der Nutzung von Tiefengeothermie zu etwa 60 Prozent netzgebunden und zu 40 Prozent über Einzellösungen wie Wärmepumpen umgesetzt werden“, erklärte Armin Holdschick.

Unternehmer Markus Wirth wies aus eigener Erfahrung darauf hin, dass Wärmepumpen vor allem in älteren Gebäuden technisch und wirtschaftlich problematisch sind. In Waghäusel seien etwa 8.000 Gebäude energetisch sanierungsbedürftig. Würde man nur die Hälfte wie notwendig energetisch sanieren und mit Wärmepumpenheizungen ausstatten, würde das Gesamtkosten von etwa 600 Millionen Euro bedeuten, so der Energieexperte.

„Waghäusel hat mit der Vergabe eines Grundstücks für ein Geothermiekraftwerk eine unglaubliche Chance für eine zukunftsfähige bezahlbare Energieversorgung“, fasste der stellvertretende CDU-Vorsitzende Jörg Knebel das Gehörte zusammen.

Zweites Thema des Abends war die Unterstützung von Unternehmen durch die Umwelt- und Energieagentur. Armin Holdschicks Kollege Moritz Tretter stellte den Unternehmern anschließend die Energie- und Ressourceneffizienzberatung KEFF für Unternehmen dar. Der Effizienzmoderator kommt dabei zu den Unternehmen und erstellt eine ganzheitliche energetische Analyse des Unternehmens. Im Rahmen seiner kostenlosen Beratungstätigkeit nimmt er die Energieversorgung für Unternehmen unter die Lupe und gibt Hinweise für Energieeinsparungsmöglichkeiten und nachhaltigen Ressourceneinsatz. Andreas Herzog von der Firma Glas-Herzog hat diese Beratung schon genutzt und empfiehlt das Angebot auch anderen Unternehmen. MIT-Landessprecher Jürgen Scheurer bot an, das Serviceangebot bei den Waghäuseler Unternehmern bekannter zu machen.

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